Archimedes
Bacon, Francis
Cäsar,
Julius
Dürrenmatt,
Friedrich
Galilei,
Galileo
Gutenberg,
Johannes
Kant,
Immanue
Konfuzius
Lagerlöf,
Selma
Leibniz
Luther,
Martin
Mann,
Thomas
Newton,
Isaac
Nietzsche,
Friedrich
Plato
Polo,
Marco
Schweitzer,
Albert
Voltaire,
Francois Marie Arouet
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| Archimedes (285 - 212 v. Chr.) |
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Archimedes |
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"Gebt mir einen festen Standort außerhalb unserer
Erde, und ich werde die Welt aus den Angeln heben" soll der große
Mathematiker überwältigt gerufen haben, als er entdeckte, welch
gigantische Kraftleistung mit einem Flaschenzug zu vollbringen ist.
Bezeichnend für das Wirken des Archimedes ist die Art, in der er
wichtige Erkenntnisse gewonnen hat: scheinbar nebenbei, spielerisch
und wie selbstverständlich. So soll er, als er seine Badewanne bestieg
und das Wasser schließlich überschwappte, den Lehrsatz geprägt haben:
"Der Rauminhalt eines Körpers entspricht der Menge Wasser,
die er verdrängt."
Während der römischen Belagerung von Syrakus befand sich Archimedes
gerade in seiner Vaterstadt. Er entwarf einige raffinierte Abwehrwaffen,
die den Gegner lange Zeit aufhielten. Daß er auch riesige Brennspiegel
aufgestellt haben soll, die die einlaufenden römischen Schiffe im
Hafen verbrannten, ist eine Anekdote.
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| Bacon, Francis (1561 - 1626) |
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Der englische Staatsmann und Philosoph gilt als
Begründer des Empirismus, der Lehre von der ausschließlichen
Erkenntnis durch Sinneserfahrungen. Der Denker ist größer
in kühnem Entwurf als in sorgfältiger Durchbildung. Getrieben
durch eine hochfliegende Fantasie gibt er seinen Ideen gewaltigen
Schwung. Ähnlich wie Voltaire beginnt er seine Arbeit mit einem
völligen Bruch der geschichtlichen Überlieferung.
"Warum auch am Alten hängen, da in Wahrheit nicht jene
früheren Zeiten, sondern wir selbst mit den Erfahrungen der
Jahrhunderte als alt zu gelten haben? Die Zeit gleicht einem Strom,
der Leichtes und Hohles fortträgt, Schweres und Gehaltvolles
aber rasch zu Boden sinken läßt."
Mit Bacon schlägt die blinde Verehrung um, in eine ausschließliche
Schätzung der Gegenwart.
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Francis Bacon |
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| Cäsar, Julius (100 - 44 v. Chr.) |
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| Julius Cäsar |
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Die Position als Statthalter der Provinzen 'Gallia
cisalpina' und 'Gallia transalpina' nutzte der ehrgeizige Cäsar
als Sprungbrett für seine kühn angelegten Eroberungen. Im Frühling
des Jahres 58 - die Helvetier hatten ihre bisherigen Wohnsitze in
der heutigen Schweiz niedergebrannt und suchten neues Land im eigentlichen
Gallien - stellte sich der Feldherr erfolgreich seiner ersten Schlacht.
"Cäsar trieb dieses Volk in seine Wohnsitze zurück wie ein Hirt
die Herde in ihren Stall", berichtete ein zeitgenössischer Chronist.
In einem mehrjährigen Krieg eroberte Cäsar ganz Gallien, landete
in Britannien und überschritt im Kampf gegen die Germanen den Rhein.
In siegreichen Kämpfen machte er sich zum Herrn des römischen Weltreiches
und vernichtete alle seine Gegner, gewährte aber den Besiegten mit
ungewöhnlicher Milde Gnade.
Cäsar sorgte selbst dafür, daß seine Leistungen von der Nachwelt
entsprechend gewürdigt werden konnten. Sein Buch 'Der Gallische
Krieg' brachte ihm größeren Nachruhm ein als die 'genialen' Feldzüge,
Belagerungen und Treuebrüche.
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| Dürrenmatt, Friedrich (1921 - 1990) |
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"Unsere Welt hat ebenso zur Groteske geführt
wie zur Atombombe, wie ja die apokalyptischen Bilder des Hieronymus
Bosch auch grotesk sind. Doch das Groteske ist nur ein sinnliches
Paradox, die Gestalt nämlich einer Ungestalt, das Gesicht einer
gesichtslosen Welt, und genauso wie unser Denken ohne den Begriff
des Paradoxen nicht mehr auszukommen scheint, so auch die Kunst,
unsere Welt, die nur noch ist, weil die Atombombe existiert: aus
Furcht vor ihr." (aus 'Theaterprobleme')
Dürrenmatt wurde in der Nähe von Bern als Sohn eines protestantischen
Pfarrers geboren; er studierte Philosophie und Theologie an verschiedenen
Schweizer Universitäten. Das Grundthema aller Werke Dürrenmatts
ist der Versuch, den Standort des Menschen zu bestimmen. Als leidenschaftlicher
Moralist galt er unter den Schweizer Schriftstellern als eine Art
'enfant terrible'.
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Friedrich Dürrenmatt |
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| Galilei, Galileo (1564 - 1642) |
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Galileo Galilei |
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Im Zeitalter der Aufklärung trat die Naturforschung
in enge Beziehung zur Mathematik, alle seelischen Elemente wurden
aus der Natur vertrieben.
Durch seine Untersuchungen zur Fall- und Wurfbewegung begründete
Galilei die moderne Kinematik. Der Mathematiker war ein begeisterter
Anhänger der kopernikanischen Lehre (die Sonne bildet den Mittelpunkt
der Welt), was 1614 das Verbot dieser Lehre durch Papst Urban VIII
zur Folge hatte. Galilei widmete ihm daraufhin eine seiner geistvollen
Abhandlungen, den 'Saggiatore', in der Hoffnung, ihn für seine Thesen
gewinnen zu können. Dennoch führte die neun Jahre später (1632)
verfaßte Schrift 'Dialogo' zum Prozeß gegen Galilei, der mit seiner
Abschwörung und Verurteilung endete.
Wie kein anderer seiner Zeit prägte Galilei die sich anbahnende
neue Naturwissenschaft und ihre Methoden. Sein Konflikt mit der
Kirche wurde unter anderem von Bertolt Brecht beschrieben (Galileo
Galilei, 1943).
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| Gutenberg, Johannes (ca. 1396 - 1468) ) |
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Mit dem Druck der 42zeiligen Bibel steuerte Gutenberg
geradewegs in die Pleite, denn ständig hatte er sich Geld geliehen,
um seine hohen Ausgaben zu decken. Er hatte das Werk auf 1282 Seiten
mit drei Millionen gegossenen Typen gedruckt. Noch heute gehören
48 Exemplare zum kostbarsten Besitz der Kulturgeschichte.
Gutenberg lebte in einer Mainzer Vorstadtbehausung recht und schlecht
von den Renten seiner Vaterstadt. Von seinem Leben ist wenig bekannt,
noch weniger, wie er zu seiner Erfindung, den beweglichen Lettern
gekommen ist. Gutenberg unterwies in Straßburg - nachdem die politischen
Verhältnisse in Mainz für ihn unerträglich geworden waren - ehrbare
Bürger in der geheimen Kunst der 'Heilspiegelproduktion'. Doch neben
seinem Faible für Spiegel befaßte sich Gutenberg kontinuierlich
mit schmelzbaren Formen. Viele Forscher sehen in Gutenbergs Straßburger
Geheimkunst die ersten Versuche der Buchdruckerkunst. Bis zum heutigen
Tage hat sich jedoch nicht das geringste Bruchstück eines Straßburger
Druckes aus jener Zeit finden lassen.
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Johannes Gutenberg |
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| Immanuel Kant (1724 - 1804) |
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Immanuel Kant |
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Der Zugang zu Kant ist besonders schwer, schwerer
wohl als bei irgend einem anderen Philosophen. Nicht unbedingt wegen
der Umständlichkeit und Schwerfälligkeit seiner Darstellungsweise,
sondern vielmehr deshalb, weil seine Philosophie der landläufigen
Denkart rigoros widerspricht, weil sie eine völlige Umkehrung des
Denkens und Lebens fordert, ohne dabei das Neue, das sie einführt,
zu vollem Abschluß zu bringen. Doch könnte Kant nicht so tief in
die geistige Bewegung eingegriffen, nicht so stark auch den Menschen
als Menschen aufgeregt haben, wenn nicht aus seiner Arbeit einfache
Wahrheiten sprächen, die unser ganzes Dasein umgestalten.
Im gleichen Jahr (1781), in dem Lessing, der große Dichter der deutschen
Aufklärung und zugleich ihr bedeutendster Kritiker, die Augen schloß,
erschien Kants erstes Hauptwerk, die 'Kritik der reinen Vernunft'
mit welchem die europäische Bewegung der Aufklärung zur Vollendung
und zugleich auf einer höheren Stufe überwunden wurde.
Herder, der in Kants ersten Dozentenjahren in Königsberg (Kants
Heimatstadt, die er niemals verlassen hatte) studierte, preist Kants
Vorzüge als Vortragender in einem Brief: "Er in seinen blühenden
Jahren hatte die fröhliche Munterkeit eines Jünglings, seine offene,
zum Denken gebaute Stirn war ein Sitz unzerstörbarer Heiterkeit
und Freude..."
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| Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) |
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Chinas bedeutendster Denker war ein ernster, zurückhaltender
und sehr fleißiger Mensch. Der nach ihm benannte Konfuzianismus,
eine Art Staats- und Sittenlehre, stellt die Familie in den Mittelpunkt
des Staates.
Konfuzius sah seine Aufgabe vor allem darin, das bewährte Alte zu
festigen und aus den Erfahrungen der Vorfahren die Grundsätze für
die Lebenden zu gewinnen. Weder der Staat noch die Macht waren für
ihn absolute Werte, sondern allein der Glaube an die Sittlichkeit
und an die natürliche Harmonie: "Was du dir selbst nicht wünscht,
das tue auch keinem anderen an."
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Konfuzius |
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| Lagerlöf, Selma (1858 - 1940) |
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Selma Lagerlöf |
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Das wald- und seenreiche Värmland in Schweden
ist die Heimat der Offizierstochter Lagerlöf. Sie besucht das
Lehrerinnenseminar in Stockholm und wird 1885 Lehrerin in der Hafenstadt
Landskrona am Sund. 1890 trägt der Roman 'Gösta Berling'
ihren Namen in alle Welt. Es folgt eine Zeit stetigen Schaffens,
nur unterbrochen von einigen Reisen nach Italien und in den Vorderen
Orient. 1904 erhält sie die Goldene Medaille der Schwedischen
Akademie, 1909 den Nobelpreis für Literatur.
"Vor mir auf dem Gartenwege liegt ein Häufchen lichtgelbes
Herbstlaub. Eine kleine junge Birke hat nachts in einem bösen
Traum ihr Blätterkleid abgeschüttelt, und nun liegt es
hier, blinkend wie Gold. 'Sieh da, ein kleiner Teil vom Gold meines
Nobelpreises', denke ich bei mir selbst."
Die Universitäten Uppsala, Greifswald und Kiel verliehen Selma
Lagerlöf den Ehrendoktor, Frankreich ernannte sie zum Ritter
der Ehrenlegion. Sie starb im Alter von 82 Jahren auf ihrem Herrensitz
in Marbacka.
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Wie ein strahlender Komet erhebt sich die Erscheinung
Leibniz' aus der geistigen Dürftigkeit, die dem Dreißigjährigen
Krieg folgte. Er ist der eigentliche Begründer der neueren deutschen
Philosophie, die einen so gewaltigen Höhenflug nehmen sollte.
Leibniz' schier unglaubliche Vielseitigkeit - er leistete Bedeutendes
als Philosoph, Theologe, Diplomat, Mathematiker, Historiker und
Bibliothekar - kann man erst voll ermessen, wenn man weiß, daß er
sich daneben mit technischen Dingen, mit Uhren, Windmühlen und hydraulischen
Pressen befaßte; auch arbeitete er als Geologe. Dennoch sei nicht
geleugnet, daß in Leibniz ein Stück von höfischem Wesen steckte,
eine Neigung, allen Anstoß zu vermeiden, die Dinge möglichst glatt,
bequem und gefällig darzustellen. Gegen Ende seines Lebens erlitt
er das Schicksal, das vielen großen Männern im Dienst der Fürsten
widerfahren ist: Er fiel in Ungnade und starb vereinsamt und verbittert,
doch bis zum letzten Tage an seinem Schreibpult tätig.
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Leibniz |
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| Luther, Martin (1483 - 1546) |
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Luther Martin |
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Die mittelalterliche Kirche hatte einen Kreis heiliger
Werke vom übrigen Leben abgehoben und das, aus dem verständlichen
Drang heraus, den überquellenden Dank für göttliche
Liebe und Gnade durch besondere Leistungen kundzutun. Die Bekämpfung
dessen durch Luther bedeutete keineswegs eine Abschwächung
des religiösen Charakters des Lebens, sondern bestand darin,
daß auch das einfache Werk des Alltags in der Lage ist, eine
Weihe zu erlangen, gemäß der Überzeugung: "Gottes
Wort ist unser Heiligtum und macht alle Dinge heilig."
Mit dieser Entwicklung rückte die protestantische Frömmigkeit
weit von der katholischen ab, es entstanden grundverschiedene Welten.
"Weder der Papst noch ein Bischof noch irgend ein Mensch hat
ein Recht, eine einzige Silbe über einen Christenmenschen festzustellen,
wenn es nicht mit dessen Zustimmung geschieht; was anders geschieht,
das geschieht in tyrannischer Weise."
Im Jahre 1512 schlägt Luther, Professor der Theologie, 95 Thesen
zur Abwehr des Ablaßmißbrauchs an die Schloßkirche
zu Wittenberg. 1520 folgen drei grundlegende Reformationsschriften.
Auf dem Reichstag zu Worms wird Luther die Verbannung angedroht.
Die Ritter seines Kurfürsten retten Luther auf die Wartburg,
wo er erst das Neue Testament, 1534 die ganze Bibel übersetzt.
Nach Wittenberg zurückgekehrt, beginnt Luther mit dem Aufbau
der evangelischen Kirche.
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| Mann, Thomas (1875 - 1955) |
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Die 'Buddenbrooks' machten den Dichter 1901 berühmt
und brachten ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur.
"Sie werden überrascht sein, mich auf Ihre Frage, woran
ich glaube, oder was ich am höchsten stelle, antworten zu hören:
Es ist die Vergänglichkeit. Aber Vergänglichkeit ist etwas
sehr Trauriges, werden Sie sagen. - Nein erwidere ich, sie ist die
Seele des Seins, ist das, was allem Leben Wert, Würde und Interesse
verleiht, denn sie schafft Zeit, - und Zeit ist, wenigstens potentiell,
die höchste, nutzbarste Gabe, in ihrem Wesen verwandt, ja identisch
mit allem Schöpferischen, aller Vervollkommnung, allem Fortschritt
zum Höheren und Besseren. Wo nicht Vergänglichkeit ist,
nicht Anfang und Ende, Geburt und Tod, da ist keine Zeit, - und
Zeitlosigkeit ist das stehende Nichts, so gut und schlecht wie dieses,
das absolut Uninteressante." (aus 'Altes und Neues')
1933 emigrierte Thomas Mann in die USA. Hier verfaßte er einen
seiner bedeutendsten Romane, den 'Doktor Faustus'. In die Schweiz
zurückgekehrt, schloß er den ersten Teil des Romans 'Bekenntnisse
des Hochstaplers Felix Krull' ab. Thomas Mann starb am 12. August
1955 in Kilchberg bei Zürich.
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Thomas Mann |
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| Newton, Isaac (1643 - 1727) |
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Isaac Newton |
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Der Satz, daß der Mensch, je tiefer er in die Geheimnisse
der Natur blickt, nur um so demütiger und bescheidener wird, bewährt
sich an Newton. Er hat das von Copernicus, Kepler, Galilei und Huygens
Geleistete nicht nur weitergeführt, sondern zu einer gewaltigen
Einheit zusammengefaßt. Neben zahlreichen anderen Entdeckungen war
es seine Tat, die physikalischen Gesetze des Falls und der Bewegung
auf die neuen astronomischen Tatsachen anzuwenden und den Nachweis
zu führen, daß es die gleiche Kraft ist, die den fallenden Apfel
zur Erde zieht und die die Himmelskörper in ihrer Bahn hält.
Newton war im damaligen England keine Einzelerscheinung, sondern
nur der größte aus einer ganzen Reihe glanzvoller Naturforscher,
die in der 1662 gegründeten königlichen Sozietät verbunden waren.
Er beschloß sein wissenschaftliches Lebenswerk mit den Worten:"Sein
und Wissen ist ein uferloses Meer. Je weiter wir vordringen, um
so unermeßlicher dehnt sich aus, was noch vor uns liegt; jeder Triumph
des Wissens schließt hundert Bekenntnisse des Nichtwissens in sich."
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| Nietzsche, Friedrich (1844 - 1900) |
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"Nietzsche philosophiert mit dem Hammer. Er zertrümmert
rücksichtslos alte als falsch erkannte Werte, richtet jedoch zugleich
neue Werte und Ideale auf. Wer ein Schöpfer sein muß im Guten und
Bösen, wahrlich, der muß ein Vernichter erst sein und Werte zerbrechen."
(Hans Vaihinger)
Wer Nietzsche zutreffend würdigen will, der muß zwischen dem Gerüst
seiner Lehren und seiner Gedankenwelt im weiteren Sinne deutlich
unterscheiden; das Lehrgerüst wurzelt im Subjektivismus und wird
von all den Bedenken getroffen, die sich gegen jenen erheben. Aber
Nietzsche war weit mehr als ein bloßer Subjektivist. Seiner reichen
und beweglichen Individualität ist das geistige Ringen und Schaffen
der Menschheit gegenwärtig und wird aus tiefster Seele miterlebt.
Nietzsche war ein Mensch, der "über sich selbst hinaus schaffen
will und so zugrunde geht" - wie Zarathustra sagt. Die furchtbare
Einsamkeit und das erdrückende Gewicht des Kampfes, den der Einsame
gegen die Jahrtausende herrschenden alten Werte führte, haben seine
Kräfte aufgezehrt und ihn schließlich in eine wohltätige Nacht des
Wahnsinns versinken lassen.
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Friedrich Nietzsche |
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| Plato (427 - 347 v. Chr.) |
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Plato |
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Über Plato, einem Schüler und Freund des Sokrates,
schrieb Goethe in seiner 'Geschichte der Farbenlehre': "Plato verhält
sich zu der Welt wie ein seliger Geist, dem es beliebt, einige Zeit
auf ihr zu herbergen. Es ist ihm nicht sowohl darum zu tun, sie
kennenzulernen, weil er sie schon voraussetzt, als ihr dasjenige,
was er mitbringt und was ihr so not tut, freundlich mitzuteilen.
Er dringt in die Tiefen, mehr um sie mit seinem Wesen auszufüllen,
als um sie zu erforschen. Er bewegt sich nach der Höhe, mit Sehnsucht,
seines Ursprungs wieder teilhaft zu werden."
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| Polo, Marco (1254 - 1324) |
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Vor allem China hat Marco Polo, gebürtiger Venezianer,
bereist; Vater Nicolo und der Onkel Matteo haben ihn dabei fast
ständig begleitet. Im Jahre 1271 starteten die Abenteurer ihre zweite
China-Reise, die sie über Bagdad, Persien und das Hochland von Pamir
ins heutige Peking führte, wo der Kaiser sie freundlich aufnahm.
In dessen Auftrag besuchte Marco Polo auch weite Teile des Mongolenreiches.
Marco Polo war ein ausgezeichneter Beobachter. Mit ihm und seinem
Werk begann eine neue Epoche in den Kenntnissen des Abendlandes
vom Fernen Osten. Dennoch wurde dieser große Entdecker des Mittelalters
von seinen Zeitgenossen vielfach verlacht und als Aufschneider angesehen.
Selbst als er 1324 auf dem Sterbebett lag, beschwor ihn der Priester
noch, sich von den heillosen Lügengeschichten loszusagen. Marco
Polo starb mit der Bemerkung, noch nicht einmal die Hälfte der ganzen
Wahrheit erzählt zu haben.
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Marco Polo |
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| Schweitzer, Albert (1875 - 1965) |
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Albert Schweitzer |
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Auf dem rechten Wege sind wir, wenn wir uns unserem
persönlichen Denken anvertrauen und von ihm erwarten, daß
es uns zu den Erkenntnissen und Wahrheiten gelangen läßt,
derer wir zum Leben bedürfen."
Alber Schweitzer, Theologe, Musikforscher, Organist, Philosoph und
Missionsarzt wurde im Elsaß geboren. 1928 erhielt er den Goethepreis,
1951 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und 1952 den Friedensnobelpreis.
"An einem strahlenden Sommermorgen, als ich - es war im Jahre
1896 - in Pfingstferien zu Günsbach (im Elsaß) erwachte,
überfiel mich der Gedanke, daß ich Glück nicht etwa
als etwas Selbstverständliches hinnehmen dürfe, sondern
etwas dafür geben müsse. Indem ich mich mit ihm auseinandersetzte,
wurde ich, bevor ich aufstand, in ruhigem Überlegen, während
draußen die Vögel sangen, mit mir selber darin eins,
daß ich mich bis zu meinem dreißigsten Lebensjahre für
berechtigt halten wollte, der Wissenschaft und der Kunst zu leben,
um mich von da an einem unmittelbaren menschlichen Dienen zu weihen."
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| Voltaire, Francois Marie Arouet de(1694 - 1778) |
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Der Philosoph, Historiker und Dichter war poetischer
Lehrmeister Friedrich des Großen an dessen Hof. Wie kein anderer
beherrschte er seine Zeit. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen
die philosophische Systematik; dabei stellt er mit seiner geistreichen
und witzigen Art besonders die Lehren Leibniz' in Frage.
Er erklärt den Aberglauben für den schlimmsten Feind des
Menschen und verwirft aus ehrlicher Überzeugung den Atheismus.
Voltaire setzt sich für eine Religion mit viel Moral und sehr
wenig Dogmen ein. Die größte Überzeugung zeigt der
Aufklärer im Kampf für die Toleranz; von ihr erwartet
er den einzigen Frieden, den die Menschheit erhoffen kann.
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Francois Marie Arouet de Voltaire |
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