Kultur

 

 

 

 
 
 
     
Newton, Isaac (1643 - 1727)
 
Isaac Newton
Isaac Newton
 

Der Satz, daß der Mensch, je tiefer er in die Geheimnisse der Natur blickt, nur um so demütiger und bescheidener wird, bewährt sich an Newton. Er hat das von Copernicus, Kepler, Galilei und Huygens Geleistete nicht nur weitergeführt, sondern zu einer gewaltigen Einheit zusammengefaßt. Neben zahlreichen anderen Entdeckungen war es seine Tat, die physikalischen Gesetze des Falls und der Bewegung auf die neuen astronomischen Tatsachen anzuwenden und den Nachweis zu führen, daß es die gleiche Kraft ist, die den fallenden Apfel zur Erde zieht und die die Himmelskörper in ihrer Bahn hält.

Newton war im damaligen England keine Einzelerscheinung, sondern nur der größte aus einer ganzen Reihe glanzvoller Naturforscher, die in der 1662 gegründeten königlichen Sozietät verbunden waren. Er beschloß sein wissenschaftliches Lebenswerk mit den Worten:"Sein und Wissen ist ein uferloses Meer. Je weiter wir vordringen, um so unermeßlicher dehnt sich aus, was noch vor uns liegt; jeder Triumph des Wissens schließt hundert Bekenntnisse des Nichtwissens in sich."

   
Nietzsche, Friedrich (1844 - 1900)
 

"Nietzsche philosophiert mit dem Hammer. Er zertrümmert rücksichtslos alte als falsch erkannte Werte, richtet jedoch zugleich neue Werte und Ideale auf. Wer ein Schöpfer sein muß im Guten und Bösen, wahrlich, der muß ein Vernichter erst sein und Werte zerbrechen." (Hans Vaihinger)

Wer Nietzsche zutreffend würdigen will, der muß zwischen dem Gerüst seiner Lehren und seiner Gedankenwelt im weiteren Sinne deutlich unterscheiden; das Lehrgerüst wurzelt im Subjektivismus und wird von all den Bedenken getroffen, die sich gegen jenen erheben. Aber Nietzsche war weit mehr als ein bloßer Subjektivist. Seiner reichen und beweglichen Individualität ist das geistige Ringen und Schaffen der Menschheit gegenwärtig und wird aus tiefster Seele miterlebt.

Nietzsche war ein Mensch, der "über sich selbst hinaus schaffen will und so zugrunde geht" - wie Zarathustra sagt. Die furchtbare Einsamkeit und das erdrückende Gewicht des Kampfes, den der Einsame gegen die Jahrtausende herrschenden alten Werte führte, haben seine Kräfte aufgezehrt und ihn schließlich in eine wohltätige Nacht des Wahnsinns versinken lassen.

 
Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche
   
Plato (427 - 347 v. Chr.)
 
Plato
Plato
 

Über Plato, einem Schüler und Freund des Sokrates, schrieb Goethe in seiner 'Geschichte der Farbenlehre': "Plato verhält sich zu der Welt wie ein seliger Geist, dem es beliebt, einige Zeit auf ihr zu herbergen. Es ist ihm nicht sowohl darum zu tun, sie kennenzulernen, weil er sie schon voraussetzt, als ihr dasjenige, was er mitbringt und was ihr so not tut, freundlich mitzuteilen. Er dringt in die Tiefen, mehr um sie mit seinem Wesen auszufüllen, als um sie zu erforschen. Er bewegt sich nach der Höhe, mit Sehnsucht, seines Ursprungs wieder teilhaft zu werden."

   
Polo, Marco (1254 - 1324)
 

Vor allem China hat Marco Polo, gebürtiger Venezianer, bereist; Vater Nicolo und der Onkel Matteo haben ihn dabei fast ständig begleitet. Im Jahre 1271 starteten die Abenteurer ihre zweite China-Reise, die sie über Bagdad, Persien und das Hochland von Pamir ins heutige Peking führte, wo der Kaiser sie freundlich aufnahm. In dessen Auftrag besuchte Marco Polo auch weite Teile des Mongolenreiches.

Marco Polo war ein ausgezeichneter Beobachter. Mit ihm und seinem Werk begann eine neue Epoche in den Kenntnissen des Abendlandes vom Fernen Osten. Dennoch wurde dieser große Entdecker des Mittelalters von seinen Zeitgenossen vielfach verlacht und als Aufschneider angesehen. Selbst als er 1324 auf dem Sterbebett lag, beschwor ihn der Priester noch, sich von den heillosen Lügengeschichten loszusagen. Marco Polo starb mit der Bemerkung, noch nicht einmal die Hälfte der ganzen Wahrheit erzählt zu haben.

 
Marco Polo
Marco Polo
   
   
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