Kultur

 

 

 

 
 
 
     
Lagerlöf, Selma (1858 - 1940)
 
Selma Lagerlöf
Selma Lagerlöf
 

Das wald- und seenreiche Värmland in Schweden ist die Heimat der Offizierstochter Lagerlöf. Sie besucht das Lehrerinnenseminar in Stockholm und wird 1885 Lehrerin in der Hafenstadt Landskrona am Sund. 1890 trägt der Roman 'Gösta Berling' ihren Namen in alle Welt. Es folgt eine Zeit stetigen Schaffens, nur unterbrochen von einigen Reisen nach Italien und in den Vorderen Orient. 1904 erhält sie die Goldene Medaille der Schwedischen Akademie, 1909 den Nobelpreis für Literatur.
"Vor mir auf dem Gartenwege liegt ein Häufchen lichtgelbes Herbstlaub. Eine kleine junge Birke hat nachts in einem bösen Traum ihr Blätterkleid abgeschüttelt, und nun liegt es hier, blinkend wie Gold. 'Sieh da, ein kleiner Teil vom Gold meines Nobelpreises', denke ich bei mir selbst."
Die Universitäten Uppsala, Greifswald und Kiel verliehen Selma Lagerlöf den Ehrendoktor, Frankreich ernannte sie zum Ritter der Ehrenlegion. Sie starb im Alter von 82 Jahren auf ihrem Herrensitz in Marbacka.

   
Leibniz (1646 - 1716)
 

Wie ein strahlender Komet erhebt sich die Erscheinung Leibniz' aus der geistigen Dürftigkeit, die dem Dreißigjährigen Krieg folgte. Er ist der eigentliche Begründer der neueren deutschen Philosophie, die einen so gewaltigen Höhenflug nehmen sollte.

Leibniz' schier unglaubliche Vielseitigkeit - er leistete Bedeutendes als Philosoph, Theologe, Diplomat, Mathematiker, Historiker und Bibliothekar - kann man erst voll ermessen, wenn man weiß, daß er sich daneben mit technischen Dingen, mit Uhren, Windmühlen und hydraulischen Pressen befaßte; auch arbeitete er als Geologe. Dennoch sei nicht geleugnet, daß in Leibniz ein Stück von höfischem Wesen steckte, eine Neigung, allen Anstoß zu vermeiden, die Dinge möglichst glatt, bequem und gefällig darzustellen. Gegen Ende seines Lebens erlitt er das Schicksal, das vielen großen Männern im Dienst der Fürsten widerfahren ist: Er fiel in Ungnade und starb vereinsamt und verbittert, doch bis zum letzten Tage an seinem Schreibpult tätig.

 
Leibniz
Leibniz
   
Luther, Martin (1483 - 1546)
 
Luther Martin
Luther Martin
 

Die mittelalterliche Kirche hatte einen Kreis heiliger Werke vom übrigen Leben abgehoben und das, aus dem verständlichen Drang heraus, den überquellenden Dank für göttliche Liebe und Gnade durch besondere Leistungen kundzutun. Die Bekämpfung dessen durch Luther bedeutete keineswegs eine Abschwächung des religiösen Charakters des Lebens, sondern bestand darin, daß auch das einfache Werk des Alltags in der Lage ist, eine Weihe zu erlangen, gemäß der Überzeugung: "Gottes Wort ist unser Heiligtum und macht alle Dinge heilig."
Mit dieser Entwicklung rückte die protestantische Frömmigkeit weit von der katholischen ab, es entstanden grundverschiedene Welten. "Weder der Papst noch ein Bischof noch irgend ein Mensch hat ein Recht, eine einzige Silbe über einen Christenmenschen festzustellen, wenn es nicht mit dessen Zustimmung geschieht; was anders geschieht, das geschieht in tyrannischer Weise."
Im Jahre 1512 schlägt Luther, Professor der Theologie, 95 Thesen zur Abwehr des Ablaßmißbrauchs an die Schloßkirche zu Wittenberg. 1520 folgen drei grundlegende Reformationsschriften. Auf dem Reichstag zu Worms wird Luther die Verbannung angedroht. Die Ritter seines Kurfürsten retten Luther auf die Wartburg, wo er erst das Neue Testament, 1534 die ganze Bibel übersetzt. Nach Wittenberg zurückgekehrt, beginnt Luther mit dem Aufbau der evangelischen Kirche.

   
Mann, Thomas (1875 - 1955)
 

Die 'Buddenbrooks' machten den Dichter 1901 berühmt und brachten ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur.
"Sie werden überrascht sein, mich auf Ihre Frage, woran ich glaube, oder was ich am höchsten stelle, antworten zu hören: Es ist die Vergänglichkeit. Aber Vergänglichkeit ist etwas sehr Trauriges, werden Sie sagen. - Nein erwidere ich, sie ist die Seele des Seins, ist das, was allem Leben Wert, Würde und Interesse verleiht, denn sie schafft Zeit, - und Zeit ist, wenigstens potentiell, die höchste, nutzbarste Gabe, in ihrem Wesen verwandt, ja identisch mit allem Schöpferischen, aller Vervollkommnung, allem Fortschritt zum Höheren und Besseren. Wo nicht Vergänglichkeit ist, nicht Anfang und Ende, Geburt und Tod, da ist keine Zeit, - und Zeitlosigkeit ist das stehende Nichts, so gut und schlecht wie dieses, das absolut Uninteressante." (aus 'Altes und Neues')
1933 emigrierte Thomas Mann in die USA. Hier verfaßte er einen seiner bedeutendsten Romane, den 'Doktor Faustus'. In die Schweiz zurückgekehrt, schloß er den ersten Teil des Romans 'Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull' ab. Thomas Mann starb am 12. August 1955 in Kilchberg bei Zürich.

 
Thomas Mann
Thomas Mann
   
   
zurück weiter